Unter Heuschrecken
(2009)

Natürlich könnte man Paul Kosteletzky als Krisengewinnler bezeichnen,
ganz klar. Immerhin musste die Eppstein AG den für ihre Firmenfeier vorgesehenen Auftritt von Roland Düringer aus Einsparungsgründen absagen und stattdessen Paul Kosteletzky engagieren. Der hat jetzt aber ein Problem: Denn die Eppstein AG hat gerade die Hälfte ihrer Belegschaft rausgeschmissen, und eigentlich spielt er ja nicht „für die Heuschrecken“, wie er sagt. Doch Paul Kosteletzky hat einen Plan ...
Paul Kosteletzky hat in seinem zweiten Kabarettprogramm (Premiere: April 2009) wieder ausreichend Gelegenheit, grandios zu scheitern. Immerhin versucht er nichts weniger als die Geburt des Universums aus dem Nichts zu erklären oder einen Arbeiter davon zu überzeugen, statt FPÖ grün zu wählen. Zwar singt er unfassbar subversive Protestlieder, wie das „Golfspielerbeleidigungslied“ oder „Mirjam Weichselbraun, du hast mein Leben zerstört“; im Zuge der Auseinandersetzungen mit dem Herrn von Riefenstein, Manager der Eppstein AG, und Toni Bichlböck, einem freigesetzten Arbeiter, verfängt er sich jedoch immer mehr in den Tentakeln einer Krake namens „Kapitalismus“, aus denen es kaum noch ein Entrinnen gibt.
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" Unter Heuschrecken' ist Kabarett der anderen Art. Weniger zum Schenkel klopfen, mehr zum Nachdenken. Paul Kosteletzky sinniert über das Leben, über Beziehungen, Gesundheit und Religion. Dabei greift er immer wieder auf seine Stärken als Musiker zurück und gibt sozialkritische Lieder wie das „Golfspielerbeleidigungslied“, das „Neoliberalismuslied“ oder das „Lied gegen die Börse“ zum Besten. Obwohl er bisher eher als Sänger und Gitarrist bekannt war, macht er auch als Kabarettist eine gute Figur. 'Unter Heuschrecken' ist zwar noch nicht der ganz große Wurf, aber das Potential dafür ist auf jeden Fall vorhanden."
www.kleinundkunst.at
Vogel-frei
oder: Warten auf Votava
(2008)
„PKK, das ist auch die Abkürzung für eine ‚Politisch Korrekte Kuckucksuhr’. Praktisch, bzw. lästig. Der Leider-Nicht-Rockmusiker, vom AMS dem Kabarettfach anempfohlene Paul Kosteletzky schlittert in ein Duell mit dem Zeitmessgerät.“ (Margarete Affenzeller, der standard).
Wie wahr. Denn während er sehnsüchtig auf den Anruf seines AMS-Beraters wartet, beginnt Paul Kosteletzky zu schwadronieren – und der Vogel gerät zunehmend aus dem Häuschen bei Kosteletzkys Schimpftiraden, ist er doch darauf programmiert, diskriminierende oder beleidigende Äußerungen umgehend mit einem „Kuckuck!“ zu quittieren. Gut weg kommen eigentlich nur der rektale Drogenkonsum, Frau Pripfls Verkaufstraining mit Pferden und der Vermögensberater Joachim Völker. Denkbar schlecht weg kommen dagegen die Eva, die kein Verständnis, dafür aber einen furchtbaren Bruder hat; Männer, die nicht erwachsen werden wollen; blinkende Fahrradlichter; der Pensionsexperte Bernd Rürup; Marc (die Schnöselarschgeige) und der Schwarze Block von Heiligendamm; die Abschaffung der Vorhölle; frierende Männer und flöte-spielende Kinder. Und Robert, natürlich.
Paul Kosteletzky ist bisher als Sänger und Gitarrist von auffällig unauffälligen Popbands aufgefallen. Noch auffälliger ist aber, dass er nun auch noch Kabarett macht. Und dabei liebt er es doppelt gemoppelt: Immerhin spielt Paul Kosteletzky in seinem ersten Kabarettprogramm "Vogel-frei" (Premiere: Feb. 2008, Spektakel) einen Kabarettisten namens Paul Kosteletzky, der gerade sein erstes Programm spielt.
Also was jetzt, fragt sich das Publikum: Spielt er nun sich selbst oder nicht? Und was soll man von diesem Mann halten, der da durch das Programm stolpert? Doch bald merkt das Publikum: Da spielt jemand souverän einen Unsouveränen. Einen Enddreißiger zwischen liebenswürdiger Holpertatschigkeit und überbordenden Popstarfantasien, der doch nur eines will: Sein Leben endlich auf die Reihe zu kriegen, ohne in der Früh aufstehen zu müssen.
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